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"Das dritte Gleis kommt"



Liebe Mitglieder und Interessierte,

  

„Das dritte Gleis kommt“

Wie soll man eigentlich mit so einer Aussage ernsthaft umgehen? Das dritte Gleis kommt, und das schon viele, viele Jahre!

Aus den Pressemitteilungen werden aber mal wieder keine greifbaren Fakten ersichtlich.

Passagen wie zum Beispiel:

- „Die Finanzierung steht, sobald Planrecht erreicht ist“.

Das Planrecht kann sich aber über Jahre hinziehen. 

 - „Ende 2012 soll das wichtige Etappenziel erreicht sein.“

Das ist, mit Verlaub, sehr optimistisch

-  „gut ein Jahr vorher soll die Blockverdichtung kommen“.

-  „noch eher aber innovativer Lärmschutz auf acht Kilometer….“

Dass die Bahn die Blockverdichtung durchzieht, ist hinreichend bekannt. Was aber bedeutet eigentlich innovativer Lärmschutz?

Wer bekommt den innovativen Lärmschutz auf acht Kilometer? 

Sind es Lärmschutzwände? Gilt dieser einseitig oder beidseitig auf acht  Kilometer?

Oder sollen es Schienenstegdämpfer sein? Diese sind aber vom EBA noch gar nicht zugelassen, und sind diese in Bereichen mit Spurwechsel (Weichen- Bahnhof- Innenstädte) überhaupt einsetzbar?  Oder ist hier das BÜG (Besonders überwachte Gleis) gemeint. Der Wirkungsgrad des BÜG´s ist sehr umstritten, zumal die alten Güterwaggons das glattgeschliffene Gleis schnell wieder zerstören.

 

Was ist mit den Menschen, welche keinen innovativen Lärmschutz erhalten? Bei einer Trassenlänge von 72 Kilometern sind 8 Kilometer innovativer Lärmschutz nicht wirklich viel!

„Passiver Lärmschutz soll auch vorgezogen werden“.

Das freut die Menschen an der Trasse, endlich etwas weniger Lärm im Haus, jetzt dröhnt und wackelt es nur noch und in den Garten gehen wir nur mit Gehörschutz.  

Prof. Scheurle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium sicherte verbindlich zu, dass das Projekt umgesetzt wird. Aber was, wo, wie, wann genau mit der Bestandsstrecke passiert, kann oder will keiner sagen.

Deutliche Bewegungen habe es auch in Fragen der Sicherheit gegeben. Wichtige Forderungen der Feuerwehren seien aufgegriffen worden.

Sicherheit lässt sich nicht bewegen und aufgreifen heißt soviel wie aufnehmen und weiterführen, eine Anregung, einen Gedanken aufgreifen, vorangehendes (noch einmal) erwähnen und diskutieren, als Anregung aufnehmen und sich damit beschäftigen.

Das kein Wort über die Problematik zur Beseitigung der Bahnübergänge gefallen ist, macht die ganzen „soll`s noch eher`s, sobald`s“, noch fragwürdiger.

Werden die Menschen mal wieder vertröstet, wie schon so viele Male?

Soll vielleicht so die Blockverdichtung häppchenweise den Menschen mit oder ohne Lärmschutz schmackhaft gemacht werden?

Solange keine Finanzierung steht und eine konkrete Planung besteht, wie bei jedem normalen Bauvorhaben, ist es dem Menschen an der Betuwe-Route nur schwer vermittelbar, das „alles gut wird“.

Für 1,5 Milliarden Euro wäre es gut, den internationalen Güterverkehr auf ein zukunftsorientiertes Gleis zu setzen und zwar auf eine zweigleisige, reine Güterzugtrasse siedlungsfern! Und den Personen Nah- und Fernverkehr wieder im vollen Umfang aufzunehmen und weiter auszubauen, denn dafür ist die Bahn da, um den Bürger mobil zu machen und zu halten.

 

Die Planung für einen Ausbau einer Bestandsstrecke mit dem Volumen von 1,5 Milliarden Euro sollte, müsste, könnte, nach fast 20ig Jahren ganz bestimmt anders aussehen!

 

Ein runder Tisch mit allen Beteiligten zur Aktualisierung des Sachstandes nicht auf der Wissensbasis der 90 -er Jahre, sondern mit dem Wissen des Jahres 2011 (fast 20 Jahre nach Warnemünde) und gutachterliche Neubewertung einer reinen 2 gleisigen Güterzugtrasse siedlungsfern für die transeuropäische Magistrale jenseits von 2025 unabhängig vom derzeitigen Planungs- und Entscheidungsstand. Die zu erwartenden Güterverkehre (Umweltbundesamt sagt bis 2030 82% Steigerung voraus – Rotterdam will bis 2030 sein Containergeschäft verdreifachen) werden auf der Ausgebauten Bestandsstrecke so nicht zu bewältigen sein.

 

 

Der Lärmschutzkongress in Boppart vom Nov. 10 bestätigt erneut "Lärm macht krank" insbesondere bei Spitzenwerten in der Nacht bis 110 dBA und fordert u.a. innovativen Lärmschutz (d.h. keine meterhohen Mauern), Nachtfahrverbot, Abschaffung des Schienenbonus, Aktualisierung der veralteten Gesetzgebung (16. Bundesimmissionsschutzverordnung) und Alternativtrassen. Baden 21 bekommen Aktualität für ganz Deutschland, d.h. auch für unsere Region, nachdem der Regierungspräsident Freiburg das 2007 begonnene Planfestellungsverfahren wegen erheblicher Unzulänglichkeiten (vielfach auf den Niederrhein übertragbar) ans Eisenbahnbundesamt mit einem mehr als 600 - seitigen Papier zurückgegeben hat.

 

 

Unser aller Ziel in punkto Sicherheit sollte sein, die größtmögliche Sicherheit zum Standard zu machen!




 

 

 
 

 

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Frontal 21 Gefährliche Versäumnisse der Deutschen Bahn  
 
 
Endstation Chaos ARD Doku vom 16.11.2009  
 
 
"Het einde van de Betuwelijn"  
   
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